Das Falkenhof Museum

Falkenhof

Den Ursprung des Falkenhofes bildet die „Villa Reni“, die vermutlich schon unter den Karolingern entstand und als die Keimzelle der Stadt Rheine gilt.
Im Jahr 838 schenkte Ludwig der Fromme den Hof an die Reichsabtei Herford, die ihn von nun an, über nahezu tausend Jahre besaß und stets an adelige Familien verpachtete.
Von der Familie „von Valcke“, die ab dem 14.Jahrhundert hier lebte, erhielt der Falkenhof schließlich seinen Namen.
Unter napoleonischer Herrschaft ging der Hof 1809 in das freie Eigentum der Familie von Basse über, die ihn 1940 an die Stadt Rheine verkaufte. Nach wechselnder Nutzung als Vereinsheim, Jugendherberge, Schule, Gefängnis oder Rathaus wurde im Falkenhof seit 1962 das städtische Museum aufgebaut.
Die Schausammlung des Falkenhof - Museum entwickelte sich aus mehreren Privatsammlungen, die im Laufe des 20. Jahrhunderts getrennt voneinander entstanden.
Die erste Initiative, Objekte von stadtgeschichtlicher und volkskundlicher Bedeutung zusammenzutragen, ging vom Heimatverein aus, der 1877 gegründet wurde. Seine Erwerbungen bilden noch heute den Grundstock des Museums.
Eine grundlegende Umgestaltung zum Stadtmuseum erfuhr der Falkenhof  im Rahmen der „REGIONALE 2004 links und rechts der Ems“ 
Während der Umbauarbeiten 2003/2004 entdeckte man in gut vier Meter Tiefe ein bis dahin unbekanntes, begehbares Kanalsystem. Die ursprüngliche Funktion der Gänge ist nicht bekannt, mit Sicherheit wurden sie vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zeitweilig als Abfallschächte benutzt, denn die Grabungsarbeiten brachten eine beachtliche Anzahl von Gebrauchsgegenständen aus dem adeligen Haushalt dieser Zeit an das Licht. Die Funde, wie bemalte Keramik, farbige Gläser, luxuriöses chinesisches Porzellan, auch Holzkämme werden jetzt im neuen Stadtmuseum präsentiert.
Heute beherbergt das Museum neben der umfassenden archäologischen Sammlung auch eine Abteilung für Stadtgeschichte, sowie für Waffen –und Wehrgeschichte der Stadt Rheine. Zudem zeigt der Falkenhof eine Dauerpräsentation von Rheiner Künstlern aus mehreren Jahrhunderten. Ein architektonisches  Highlight ist  das Grafikkabinett im Dachstuhl des Hauses. Dort zeugt noch ein hölzernes Transportrad von der Zeit, als das Dach als Vorratsspeicher genutzt wurde. Das Grafikkabinett beherbergt die mehrere tausend Blätter umfassende Grafiksammlung, zu der so große Namen wie Picasso, Braque, Goya, Pankok und Liebermann gehören. Neben der Bestandpräsentation, zeigt das Museum auch regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen mit unterschiedlichen Themen.