Renovierung des Heimathauses

Pachtvertrag
Der Pachtvertrag zwischen der Stadt Rheine und dem Heimatverein Rheine (stellvertretend für dessen Volkstanzgruppe) über die Hofanlage Wiggering war abgeschlossen (1986), Handwerker aus vielen Betriebsbereichen waren im Mitgliederstamm der Volkstanzgruppe vorhanden, die Anfangsfinanzierung war gesichert und die Genehmigung für die erste Baumaßnahme lag vor (1987).

10-Jahres-Plan
Ein 1o-Jahres-Plan wurde aufgestellt, dementsprechend alle Baumaßnahmen bis zur Nutzbarkeit  der Tenne als Tanzraum aufgegliedert waren.  Berücksichtigt wurde auch das extrem hohe Maß an Selbsthilfe, mit der nur an zwei Tagen (einmal in der Woche abends und samstags ganztags) gearbeitet werden sollte.

Wohnung
Die Wohnung der Hofanlage sollte weiterhin als Pächterwohnung dienen. Man war sich einig, dass diese Wohnung dauerhaft und ganztags bewohnt sein musste, damit unerwünschte Besucher abgehalten wurden und die geplante Tierhaltung versorgt war.
Also wurde mit den Arbeiten an der Wohnung im Juli 1987 begonnen. Die komplette Wohnung wurde entkernt, ein neuer Dachstuhl aufgestellt, neue Installationen, Fenster, Innenputz, Estrich, Fliesen und Deckenvertäfelungen eingebaut. Im Grunde genommen wurde eine neue Wohnung gebaut. Neue Versorgungsleitungen mussten her, die Abwasserbeseitigung musste geregelt werden  und die ersten wesentlichen Teile der Wohnungszufahrt mussten hergerichtet werden. Alles das war im Februar 1988 fertig, so dass bereits zum 1. März 1988 der erste Pächter in die Wohnung einziehen konnte. Ein landwirtschaftlich vorbelastetes älteres Pächterehepaar zog ein und in den Folgemonaten  wurden unter deren Mithilfe Weiden von Schutt ausgeräumt, Zäune gezogen, Stallungen eingerichtet und erste landwirtschaftliche Nutztiere angeschafft. Es wurde erkennbar, dass wieder Leben herrschte auf der Hofanlage und das es vorwärts ging.

Scheune
Der nächste Schritt war der Ausbau der großen Scheune. Vorher ein großes Hohlvolumen, wurde diese mittig getrennt. In der ersten Hälfte wurden ebenerdig die Stallungen für Schweine und Rinder sowie die Milchküche eingebaut. Im Dachboden entstand Lagerraum für Heu und Stroh. In der zweiten Hälfte der Scheune ist heute noch der Lagerraum für Baugeräte, Gerüste, Maschinen und Trecker.

Abwasserbeseitigung
Eine hauseigene Abwasserbeseitigungsanlage, eine sogenannte Schilfwurzelwerkentsorgungsanlage wurde gebaut, die jedoch in späteren Jahren durch den Anschluss an das öffentliche Entsorgungsnetz ersetzt werden musste.

Außenställe und Tenne
Außenställe für Schafe, Schweine, Gänse, Enten und Hühner wurden gebaut. Mit den Arbeiten in der Tenne wurde zwischendurch ( je nach Wetterlage ) begonnen.  Grundsätzlich muss gesagt werden, dass alle Materialien des in Halverde abgebrochenen alten Heuerhauses nunmehr in die Baumaßnahmen integriert wurden. Alle Holzteile in der Tenne sowie die Wände wurden mit einem Sandsteingerät abgestrahlt. Die abgehängten Deckenteile über den Ställen der Tenne ( Hielen ) mussten höher gesetzt werden, neue Fenster wurden eingebaut, neue Stromleitungen verlegt, die Decke wurde gedämmt und erhielt oberseitig einen neuen begehbaren Boden. Vom ebenerdigen Boden wurden die Dreschsteine ausgegraben, ein Höhenausgleich eingebaut, eine Betonplatte eingegossen. Beschädigte Holzteile wurden ausgetauscht, insbesondere die Hauptpfosten. Eine 11-kreisige Fußbodenheizung wurde installiert und Estrich mit Fliesen eingebaut. Die Trennwand zur Garderobe wurde mit Bruchsteinen aus Halverde gemauert, ebenso die Theke und die umlaufenden Sitzbänke. Eine im Jahr 1989 auf der Hofanlage  umgestürzte Eiche war rechtzeitig zu Bohlen und Bretter geschnitten worden und konnte ausreichend ablagern, so dass aus ihr Tische, Bänke, Thekenabdeckung und vieles mehr hergestellt werden konnte.

Inbetriebnahme  der Tenne
1997 war die Tenne als Festsaal fertig gestellt und konnte in Betrieb genommen werden, jedoch fehlte noch eine Toilettenanlage. Diese wurde dann bis zum Jahr 1998 fertig, so dass im Jahr 1998 auch die Einweihung der Saalanlage vorgenommen werden konnte.

Arbeitsqualifizierungsmaßnahme
Direkt im Anschluss daran folgten die ersten Gespräche zur Durchführung einer umfangreichen Arbeitsqualifizierungsmaßnahme der Stadt Rheine für Langzeitarbeitslose. Diese fand in den Jahren 2000 bis 2001 statt und endete mit der Fertigstellung des Backhauses, des Schweinestalles (heute Museum zur historischen Imkerei), mehrerer kleinerer Einzelbaumaßnahmen, der Außenanlagen usw. Seit 2001 sind die Gebäude und Anlagen so fertig gestellt, wie sie sich dem Betrachter heute darstellen.

Ständige Arbeitseinsätze
Regelmäßig finden immer noch Arbeitseinsätze statt, die sich jedoch mit kleineren Baumaßnahmen befassen bzw. mit Instandhaltungs-  und Pflegemaßnahmen. Immer noch werden diese Arbeiten u.a. auch von  Mitgliedern der Volkstanzgruppe ausgeführt. Seit März 2013 hat sich eine Gruppe von Arbeitswilligen zusammengefunden, die sich als sogen. "Montagsgruppe" immer montags am Heimathaus trifft, um alle anstehenden Arbeiten voranzutreiben.